Vorarlberger Holzarchitektur

LifeCircle Tower ONE; Hermann Kaufmann ZT-GmbH

Mit Best-Practice-Beispielen wie dem Dornbirner LifeCircle Tower ONE als 8-geschoßigem Holzhochbau zeigt das Land, dass es mit dem regional vorhandenem Werkstoff Holz hoch hinaus will.

Beim Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Bauen der Architekten Hermann Kaufmann ZT GmbH ist es erstmals gelungen bei einer 8-geschoßigen Hybridkonstruktion die tragenden Brettschichtholzstützen sichtbar zu lassen. Der LifeCircle Tower ONE ist österreichweit das erste Gebäude in Holzbauweise, das die Hochhausgrenze erreicht.

Über das innovative Bauverfahren – vorgefertigte Holzbaumodule, die um einen in Ortbeton gefertigten Stiegenhauskern herum gruppiert sind – wurden innerhalb von nur acht Tagen acht Stockwerke mit lediglich fünf Mann Montagepersonal errichtet. Der Schlüssel zum Erfolg ist eine Holz-Beton-Verbunddecke. Ziel des Pionierbauwerkes ist es, dieses Bausystem auf seine Funktionstüchtigkeit hin zu überprüfen und als zukunftstaugliches Modell zu präsentieren. Die Wertschöpfungskette der lokalen Ressource Holz soll weiter gestärkt werden.

Kein Wunder, dass das Gebäude 2013 den Holzbaupreis gewonnen hat. Guten Beispielen
folgt man gern: Ende 2013 wurde unter derselben architektonischen Federführung zusammen mit demselben Bauherren – CREE invented by Rhomberg –, in derselben Holzhybridbauweise das Wasserkraft-Kompetenzzentrum der Vorarlberger Illwerk im Montafon eröffnet.

Die Zukunft des Bauens liegt in der Vergangenheit

Die in Vorarlberg gelebte Baukultur zeichnet sich durch die Verschmelzung von Innovation mit Tradition aus. Handwerker wussten schon vor langer Zeit, wie man witterungsbeständige Weißtanne, konstruktiven Holzschutz und Verkleidungen mit Schindeln einsetzt. Ihre Bauweise überdauerte sogar Jahrhunderte. Davon zeugen eindrucksvoll noch existierende Beispiele des typischen Bregenzerwälderhauses, das im Bregenzerwald seit dem 17. Jahrhundert davon Zeugnis ablegt.

Holzkapelle Alpe Vordere Niedere; Cukrowicz Nachbaur Architekten

Auf Touren kommen Architekturinteressierte auch mit dem Angebot an individuellen Reisewegen durch ganz Vorarlberg, die dank der Vorarlberg App für Urlaub und Freizeit orts- und zeitunabhängig abgerufen werden können. Die Halb- und Ganztagestouren zu den Themen „Ortsräume“, „Holz & Material“, „Innovation & Handwerk“, „Kunst & Kultur“ und „Alt & Neu“ haben Vorarlberg Tourismus und das Vorarlberger Architekturinstitut zusammen konzipiert. Individuelle Entdeckungen und unkompliziertes Reisen per Knopfdruck!

Unser Herz schlägt für Holz

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Aufenthalt in Gebäuden in Holzbauweise den Herzschlag senkt, das Raumklima über das ausgeglichene Temperatur-und Luftfeuchtigkeits-Verhältnis ebenfalls die Belastung für Herz und Kreislauf senkt und zugleich die Konzentration steigern kann. vorarlberger holzbau_kunst beschäftigt sich bereits lange mit den  Vorzügen von Holz und wurde als Vorarlberger Initiative im Bereich der regionalen Wertschöpfung für ihren Einsatz bereits ausgezeichnet. „Holz ist der Baustoff des 3. Jahrtausends. Höchste Qualität in Architektur und Ausführung sind im Vorarlberger Holzbau Tradition und gleichzeitig Erfolgsrezept für die Zukunft.”

„Holz senkt den Herzschlag um 8600 Schläge pro Tag“ – holzbau_kunst

holzbau_kunst vergibt seit 1997 biennal den Holzbaupreis. Unter den letztjährigen  Siegerobjekten ist die restaurierte Alte Säge in Bezau, die durch das gereinigte und sensibel ergänzte ungedämmte Holzriegelwerk und den offenen Dachstuhl zu einem Ort der Kommunikation und der Kultur geworden ist. In der Kategorie „innovative Holzanwendung“ glänzte das Objekt Bauernhof-Be-Greifen in Egg von Fab02 Klas & Lässer Architektur. Der großzügige Eingang zum Bauernhof wirkt einladend. Eine Galerie im zweigeschoßigen, mit hellem Holz belebten Innenraum ermöglicht Einblicke in das landwirtschaftliche Geschehen der Freilaufstallungen und in die Käseproduktion. Ein hauseigenes Kino überrascht. Ländliche Baukultur kann mit Innovationsgeist, architektonischer Ästhetik und konstruktiver Holzbauweise auch Stadtkinder überzeugen. Besucher, die auch höhenmeter-mäßig hoch hinaus wollen, begeben sich am besten zur Bergkapelle Alpe Vordere Niedere auf 1.600 m Höhe. Vom Ort Bezau führt eine Seilbahn bis zur Station Baumgarten und von dort aus eine 15-minütige Wanderung dorthin. Kurz vor einer abfallenden Geländekante positioniert, bietet die Holzkapelle auf einem Sockel aus Stein ruhend ein atemberaubendes Bergpanorama, dessen Stille und Ruhe nur durch Gleitschirmflieger unterbrochen wird. Hier trifft die Tradition der Vorarlberger Holzbaukunst auf die Introvertiertheit der byzantinischen Sakralbauten. Auf eine lange Tradition blicken auch die Badehäuser am Bodensee zurück. Das Badehaus am Kaiserstrand in Lochau, überzeugt nicht nur Badegäste mit dem Ausblick auf Pfänderstock und Bregenz, sondern auch Juries. 2011 gewann die Neugestaltung des Bauwerkes mit seiner multifunktionalen, zweigeschoßigen Plattform und dem gestaltgebenden Element Holz den Holzbaupreis.

INFO

“Architektouren”
Various locations, Vorarlberg
www.vorarlberg.travel

Vorarlberger Architektur Institut
Marktstraße 33, 6850 Dornbirn
www.v-a-i.at

vorarlberger holzbau_kunst
Raiffeisenstraße 54, 6713 Ludesch
www.holzbaukunst.at

Werkraum Bregenzerwald
Hof 800, 6866 Andelsbuch
www.werkraum.at

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