Florian Satzinger – Character Designer

Florian Satzinger

Characterdesign – Der Paperwalker oder die fantastische Reise des „John Starduck“

Die fantastische Reise der Ente „John Starduck“ in den Weltraum ist nur eine jener Trick- und Animationsfilmgeschichten, bei denen der Grazer Character Designer Florian Satzinger den Figuren Aussehen und Charakter verpasst hat. In seinem Blog „Paperwalker“ verbreitet er auch abseits der Filme die kleinen und großen Eigentümlichkeiten seiner sympathischen Charaktere.

Als Character Designer hat der Grazer Florian Satzinger bereits für Walt Disney und Warner Bros gearbeitet – und hat mit dem quakenden Astronauten John Starduck einen Leinwandstar geschaffen. Der gebürtige Grazer war erst als Illustrator tätig. Dabei erkannte er, dass er sehr gut darin ist, sich immer wieder etwas Neues auszudenken, Figuren neu zu zeichnen und zu interpretieren. Diese Eigenschaft ist ideal für die Arbeit in einem Filmstudio, wenn es darum geht, bestehende Figuren umzuarbeiten oder neue zu kreieren. Daraufhin absolvierte Satzinger ein Trickfilm-Studium in Vancouver, Kanada und gründete 1995 gemeinsam mit Nils Homann Hardenberg das Label Satzinger & Hardenberg. 2009 gewann Satzinger den Nemoland-Award für Character Design in Florenz.

Von Walt Disney bis Red Bull

Auf Satzingers Kreativität vertrauen unter anderem Walt Disney und Warner Bros (Looney Tunes, Pinky & Brain), Hermann van Veen („Alfred Jodokus Kwak“), Bahlsen, Telekom Austria, Ankama Group, SAT1 oder Red Bull. Der Character Designer unterrichtet außerdem an der FH Salzburg Analoge Animation, Animationsgeschichte und Medienanalyse und war Gastlektor für Character Design am VIA University College (Viborg, Dänemark). Nicht ohne Grund. Denn Satzingers Zeichenstil hat Schwung und Bissigkeit und erinnert an die besten klassischen Zeiten des Zeichentrickfilms Mitte des 20. Jahrhunderts, zeigt sich etwa der Kritiker des Branchenmediums „linesandcolours“ Charley Parker begeistert.

Verfilmung einer fantastischen Reise

Satzinger erfüllt aber auch eigene Figuren mit Leben – zum Beispiel die abenteuerlustige New Yorker Ente „John Starduck“. Die Verfilmung der fantastischen Reise ins Weltall läuft seit Anfang 2013 in Zusammenarbeit mit dem französischen Trickfilmstudio Tigobo. Satzinger ist dabei als Art Director und Regisseur tätig. Eine andere Figur aus Satzingers Figurenuniversum ist Toby Skybuckle, dessen Abenteuer auch autobiografische Episoden aus Satzingers Kindheit verarbeiten. „Man könnte sagen, was diese Figur in seinen Abenteuern erlebt, hat irgendwie auch wirklich stattgefunden. Aber natürlich angereichert mit vieeeeel Fiction“, sagt Satzinger.

Über 28 Millionen Content Views

Netzwerken mithilfe von nationalen und internationalen Organisationen sowie Präsenz zu zeigen, zählt Satzinger zu seinen Erfolgsgeheimnissen. Sein Weblog „Paperwalker“, auf dem er regelmäßig über seine Arbeit berichtet, zählt seit Oktober 2012 über 28 Millionen Content Views. Satzinger ist es damit gelungen, aus der Anonymität der Zeichner_innen und Illustrator_innen herauszutreten, und sich eine eigene weltweite Anhängerschaft aufzubauen, die sich nicht nur für die Geschichten seiner virtuellen Charaktere, sondern auch für den Künstler dahinter interessiert.

Eigener Stil als Trademark

Wie geht die Arbeit des Designers vor sich? Wenn sich Florian Satzinger dem Character Design widmet, geht es um das Design von Trickfilm-Figuren unter genau definierten Stil- und Funktionsbedingungen. „Da entsteht erst einmal eine Silhouette im Kopf, der ich dann folge“, erläutert der Character Designer. Aber bevor er zu zeichnen beginnt, steht immer auch eine Menge Recherchearbeit an. Selbst wenn ihm eine Figur wie von selbst aus dem Stift fließt, folgt er dabei immer dem Grundsatz: „Denk, bevor du zeichnest“. Das hilft, eine klarere Idee vom neuen Character zu entwickeln, die später ja auch zu den Geschichten passen soll, die die Figur erzählt. Er entwickelt einen Bauplan für Volumen, Anatomie, Farben, Bewegungsdarstellungen und vieles mehr. Nachdem erste Ideen gesammelt wurden, zeichnet er die Figur am Computer. Die Animation der Zeichnungen übernehmen in weiterer Folge die 3D-Künstler_innen. Die Vorgaben der Kund_innen müssen natürlich eingehalten werden – der eigene Stil soll dennoch nicht zu kurz kommen. Das ist zu einer Art Trademark von Florian Satzinger geworden. Und seine Kund_innen beauftragen ihn auch ganz gezielt deswegen.

Florian Satzinger
Character Designer
www.paperwalker.com

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