Gerhard Fraundorfer – Pheromone gegen Ernteausfälle

Gerhard Fraundorfer

CornProtect – Schutz der Maisernten durch Schädlingsbekämpfung mit Sexualpheromonen

Das niederösterreichische Unternehmen „LITHOS Industrial Minerals GmbH“ unter der Leitung von Gerhard Fraundorfer hat mit CornProtect ein ökologisch unbedenkliches Mittel zur Schädlingsbekämpfung entwickelt. Durch den Einsatz von Sexualpheromonen wird der zunehmend die Maisernte bedrohende Maiswurzelbohrer an der Paarung gehindert.

Der Maiswurzelbohrer, ein fünf Millimeter großer, gelbschwarzer Käfer, wird immer mehr zu einer Gefahr für den Maisbestand. In den USA ist er schon heute der bedeutendste Schädling. Die hohen Ertragseinbußen, die er in der nordamerikanischen Landwirtschaft verursachst hat, haben ihm den Spitznamen „Milliarden-Dollar-Käfer“ eingebracht. Es kam zu Ernteausfällen von teilweise 80 %. Mittlerweile sind aber auch in Europa schon Verluste von bis zu 50 % gemeldet worden. In Österreich wurde der Maiswurzelbohrer in den wichtigsten Maisanbaugebieten in Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und dem Burgenland nachgewiesen.
Das niederösterreichische Unternehmen „LITHOS Industrial Minerals GmbH“ hat sich dem global immer wichtiger werdenden Problem der Bekämpfung dieses Schädlings angenommen. Der von Gerhard Fraundorfer geführte Betrieb lieferte dafür eine kreative Lösung. Mit CornProtect wurde eine innovative Form der Schädlingsbekämpfung entwickelt und patentiert – umweltfreundlich, nachhaltig und fernab von bedenklichen Insektiziden oder Genmanipulationen.
Sexualpheromone der weiblichen Käfer werden gezielt eingesetzt, um die Männchen zu verwirren und so die Fortpflanzung zu verhindern. Da nur die Maiswurzelbohrermännchen auf die ausgebrachten Duftstoffe reagieren, ist CornProtect für andere Tiere, Pflanzen oder Menschen völlig unbedenklich. Bislang konnten Pheromone nicht effizient im Ackerbau eingesetzt werden. Die Wirkungsdauer der Mittel war zu gering. Durch den Einsatz extrem fein gemahlenen Zeoliths (Vulkangesteins) als Träger der Duftstoffe konnte die „LITHOS Industrial Minerals GmbH“ dieses Problem erstmals effektiv lösen. Dafür erhielt Lithos 2014 auch den Innovationspreis des Landes Niederösterreich.

Paarungsverhalten der Käfer als Vorbild für Schädlingsbekämpfung

Ursprünglich stammt der Maiswurzelbohrer aus Zentralamerika, mittlerweile hat er sich auch in Nordamerika und Europa ausgebreitet. Seine Larven ernähren sich so gut wie ausschließlich von Mais. Da die Eier fünf bis zwanzig Zentimeter tief in die Erde gelegt werden, sind vor allem Wurzeln betroffen. Die Junglarven fressen die Haarwurzeln, in späteren Stadien dienen die äußeren Schichten größerer Wurzeln als Nahrungsquelle für die Jungtiere.
Dabei macht der Käfer seinem Namen alle Ehre und bohrt sich regelrecht durch das Wurzelwerk. Ein ausgebreitetes System aus Höhlen und Gängen entsteht. Das verringert die Standfestigkeit der Maispflanze und führt zum typischen „Gänsehals-Symptom“: Die Pflanze lässt den Kopf hängen, wird anfälliger für Pilzbefall und bricht bei der Ernte häufig ab. Doch auch der ausgebildete Käfer bedroht den Ertrag. Er sorgt für Fressschäden an Blättern, Kolben, Fahnen und Narbenfäden. Vor allem letzteres führt zu Befruchtungsstörungen. Es werden kaum Maiskörner am Kolben ausgebildet. Dieses schadhafte Gesamtpaket führt zu den teils enormen Ernteausfällen.

Der Maiswurzelbohrer bohrt sich durch das Wurzelwerk, weshalb sich die Standfestigkeit der Maispflanze verringert.

Innovative Methode zur effektiveren Nutzung von Pheromonen im Ackerbau

Um diesem Schädling Herr zu werden, setzte „LITHOS Industrial Minerals GmbH“ beim Paarungsverhalten des Käfers an. Das Weibchen paart sich nur in einer kurzen Zeitspanne: im Alter von 14 Tagen innerhalb einer Woche ein- bis dreimal – und danach nie wieder. Das in dieser Zeit gesammelte Sperma speichert es in einer Art Vorratsspeicher, dem Spermasack. Acht Wochen lang werden 50 bis 60 Eier, die es Woche für Woche legt, von ihm damit befruchtet. Um die männlichen Käfer anzulocken, versprühen die Weibchen zur Paarungszeit spezielle Duftstoffe, sogenannte Sexualpheromone. Genau in dieser „Flirt-Phase“ setzt CornProtect mit einer etwas anderen Form der Schädlingsbekämpfung an.
Durch ein aufwendiges Verfahren wird extrem fein gemahlenes Zeolith mit künstlich hergestellten Pheromonen des weiblichen Maiswurzelbohrers versetzt. Danach wird das hergestellte Pulver fünf bis acht Meter außerhalb des behandelten Feldes und über die gesamte produktive Flugzeit des Käfers (acht bis zehn Wochen) ausgebracht.
Die hohe Konzentration an Sexualpheromonen verwirrt die Männchen. Sie finden nicht mehr zu den weiblichen Käfern oder verlieren überhaupt die Lust an der Paarung. Das reduziert die Befruchtungsrate und damit im darauf folgenden Jahr die Larvenbildung. Die Schädlingspopulation geht zurück.
Das Zeolith als Trägersubstanz der Pheromone ist elektrostatisch negativ geladen. Es bleibt von der Anwendung bis zur Ernte gut sichtbar an den Maisblättern kleben. Auch starker und häufiger Regen kann es nicht wegwaschen.
Die Verwendung von Pheromonen im Bereich der Schädlingsbekämpfung hat eine Vielzahl an Vorteilen. Es kann auf den Einsatz von giftigen Insektiziden oder genmanipulierenden Maßnahmen verzichtet werden. Gleichzeitig hat jedes Tier und jedes Insekt ganz eigene Pheromone, weshalb das Ausbringen von CornProtect ausschließlich den Maiswurzelbohrer beeinflusst. Außerdem wird der Käfer nicht getötet, sondern es wird lediglich infolge einer sanften „Geburtenkontrolle“ die Anzahl der befruchteten Eier dezimiert. Es ist damit ökologisch unbedenklich und mit allen Standards des Bienen-, Tier- und Umweltschutzes vereinbar.

Gerhard Fraundorfer
Geschäftsführer LITHOS
Industrial Minerals GmbH
CornProtect
www.lithos-minerals.at

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