DIE BESTE ALLER WELTEN

Der Salzburger Filmemacher Adrian Goiginger startet mit seinem Langfilmdebüt international durch.

„Einfach krass, wenn eine Geschichte einen gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen bringen kann.“

Als Adrian Goiginger als Bub zum ersten Mal Forrest Gump gesehen hatte, war ihm klar: Er will Filmemacher werden. Jetzt hat Goiginger, mit gerade einmal 25 Jahren, sein Langfilmdebüt vorgelegt. Mit durchschlagendem Erfolg: Sein Film Die beste aller Welten wurde zur Berlinale eingeladen und gewann dort auf Anhieb den heuer erstmals vergebenen Kompass-Perspektive-Preis für den besten Nachwuchsfilm. Österreichpremiere ist bei der diesjährigen Diagonale in Graz.

Der Film erzählt die Geschichte von Goigingers eigener Kindheit in Salzburg. Eine Kindheit, die ihm den raschen Weg zum Erfolg sicher nicht in die Wiege gelegt hat. Es ist die Geschichte von Goigingers Beziehung zu seiner Mutter, die zwischen liebevoller Fürsorge für ihren Sohn einerseits und der Drogensucht andererseits hin und hergerissen ist. Goigingers Mutter stirbt, nachdem sie bereits seit einiger Zeit wieder „clean“ ist.

„Ich begann sehr viel über meine Mutter, meine Erziehung nachzudenken und mir wurde dabei bewusst, wie krass die Geschichte meiner Kindheit ist. Zum Anderen aber auch die für die meisten Menschen unvorstellbare Tatsache, dass man auch mit einer schwer drogensüchtigen Mutter eine sehr schöne Kindheit haben kann“, sagt Goiginger.

„Ich mache Filme, weil ich sonst verrückt werden würde.”

Die beste aller Welten spielt an den Salzburger Originalschauplätzen und überzeugte die Berlinale Jury „mit seinem sensibel inszenierten, herausragenden Ensemble, ohne kitschig zu werden, und geht mit seiner unprätentiösen Bildgestaltung unter die Haut, ohne voyeuristisch zu sein“, wie es in der Jurybegründung heißt.

Adrian Goiginger bespricht mit Jeremy Miliker die nächste Szene

Ein Schlüssel für das Gelingen des Filmes war die Besetzung des jungen Adrian mit dem siebenjährigen Salzburger Jeremy Miliker: „Unser Ziel war, dieses Milieu aus der Sicht eines Kindes zu zeigen“, sagt Goiginger. „Wir haben auch die Ausstattung so eingerichtet, dass die Kamera immer 360° Bewegungsfreiheit hatte. Ein Kind bewegt sich ja ständig, dreht plötzlich den Kopf. Und die Kamera muss mit. Jeremy hat dieses Dispositiv jedenfalls. Und wir wollten ja die Welt öffnen und nicht unsere Darsteller in einen starren Kamerarahmen einsperren.

“Das Talent Goigingers ist schon früh aufgefallen. Mit gerade 20 Jahren erhielt er das Jahresstipendium-Film des Landes Salzburg. Damals hatte er als Autodidakt bereits mehrere Kurzfi lme realisiert. Derzeit studiert er an der Filmakademie Baden-Württemberg. Um mit Die beste aller Welten auch den ersten eigenen Langfi lm umsetzen zu können, brauchte es aber auch die Risikobereitschaft eines Produzenten: „Dass mein Produzent Wolfgang Ritzberger in mich als 24-Jährigen so großes Vertrauen hatte, kann ich ihm nicht hoch genug anrechnen“, sagt Goiginger.

INFO

Die beste aller Welten

Adrian Goiginger
Österreichpremiere
im Rahmen der Diagonale’17
30.03.2017, 18.30
KIZ Royal, Graz
01.04.2017, 14.00
UCI Annenhof, Graz

Mehr Infos zum Film:
www.diebesteallerwelten.at

Tipp:
Ein ausführliches Interview von Karin
Schiefer mit Adrian Goiginger über sein
Langfi lmdebüt gibt es unter:
www.austrianfilms.com

 

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