What the Hell?

„What the hell“: Michikazu Matsune besetzt mit irrationalem Verhalten den öffentlichen Raum.

20.06. – 01.07.2017
Eine Frau geht rückwärts. Ein Mann springt auf der Stelle.
Es ist wieder soweit: In Salzburg bricht die Sommerszene los.

Intendantin Angela Glechner und ihr Team bringen mit sieben Tanz- und Theatergastspielen sowie drei eigens für die Sommerszene konzipierten Stücken wieder die Vielfalt der internationalen Bühnenkünste nach Salzburg. Neben den bewährten Spielstätten wie republic und ARGEkultur ist das Fest der performativen Künste auch im öffentlichen Raum präsent. Der Kommunalfriedhof und der Alte Markt dienen dieses Mal als Kulisse für bewegte Bilder, die sich der Erinnerung bzw. den ungelösten Problemen unserer Welt annehmen.

Erinnerung braucht Prothesen.

Die Salzburger Künstlergruppe „ohnetitel“ setzt sich in „Gärten von Gestern“ mit der kollektiven und individuellen Erinnerung auseinander. Die Zuschauer erwartet am Salzburger Kommunalfriedhof ein poetischer Spaziergang und eine theatrale Reise mit einer Musikkapelle, zehn Grammophonen, fünfzehn lebenden Bildern und 213 Fotos. Der in Wien lebende Künstler Michikazu Matsune wiederum inszeniert für die Sommerszene gemeinsam mit Studierenden von SEAD sein neues Projekt „What The Hell“. Darin werden durch absurde Aktionen und irrationale Gesten die scheinbar sicheren Zonen, in denen wir leben, gestört. Vorsicht! Da könnte ihnen an verschiedenen Orten der Stadt eine rückwärts gehende Frau, ein leidenschaftlich küssendes Pärchen oder Menschen, die auf die andere Seite der Galaxie hinüberschreien, begegnen. Ganz im Sinne Michikazu Matsune, der den Künstler als jemanden sieht, der kleine Veränderungen in seinem Umfeld vornimmt, ohne dass diese immer sofort auffielen.

Mit ihrem gefeierten Meisterwerk „Built to Last“ kehrt Meg Stuart zur Sommerszene zurück.

Während diese Performance die ungelösten Probleme unserer Zeit reflektiert, blickt das in Graz lebende Künstlerpaar Navaridas & Deutinger in Form eines choreographischen Diskurses hinter die Inszenierung der Ikonen unserer Zeit. Im dritten Teil der Reihe „Iconic Rhetorics“, die sich mit ikonenhaften Figuren und Sympathieträgern des 20. und 21. Jahrhunderts beschäftigt, geht es unter dem Titel „Pontifex“ nach Barack Obama und Lady Diana nun um Papst Franziskus. Die geschickte mediale Inszenierung des Papstes, der in neun Sprachen an seine sieben Millionen Follower twittert und vom US-Magazin Time zur Person des Jahres 2013 gekürt wurde, dient dabei als Ausgangspunkt, um die öffentliche Rolle dieser polarisierenden Persönlichkeit zu hinterfragen.

INFO
Sommerszene 2017

International Performing Arts Festival
20.06. – 01.07.2017

Eröffnung:
Louise Lecavalier – Battleground
20.06.2017, 20 Uhr
republic

Die letzte Nacht
mit DJ Diaz & DJ Nic Lloyd
01.07.2017, ab 22 Uhr
republic

www.szene-salzburg.net
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