Nichts bleibt, wie es ist.

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05.10.2017 14.01.2018
Das Prinzip der Veränderung in der variablen Kunst

Die Landesgalerie Linz lädt dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern sie in zwei „Spielräumen“ auch aktiv zu verändern.

Neue Wege der Kunstvermittlung beschreitet die Landesgalerie Linz unter der Leitung von Gabriele Spindler mit der Ausstellung „Spielraum. Kunst, die sich verändern lässt“. Gezeigt werden Kunstobjekte, die sich in ihrer Erscheinung aktiv transformieren lassen. Das heißt, anstatt auf unveränderliche und vor allem unberührbare Skulpturen und Gemälde zu treffen, können die Besucher dieser Schau das Erscheinungsbild der Kunstwerke selbst verändern.

Unter den Objekten, die in den letzten bei den Ausstellungsräumen zum „Greifen“ nahe sein werden, finden sich zum Beispiel riesige farbige Bauklötze aus Kunststoff – ein Nachbau nach dem Vorbild der Bauklötze des österreichischen Bildhauers Roland Goeschl.

Roland Goeschls Großbaukasten für jedermann

Die Idee zu dieser Schau stammt von Gastkurator Frederik Schikowski. Der deutsche Kunsthistoriker befasste sich bereits in seiner Doktorarbeit mit variablen Kunstobjekten. Ihren Zenit erreichte diese Kunstform im Jahr 1968. „Interessant ist, dass damals vielen diese Kunst auf Grund der Variabilität und der Beteiligung des Publikums als Provokation oder gar als keine Kunst galt – heute kaum noch vorstellbar. Was übrigens vielen gar nicht bewusst ist: Die ganze interaktiv-digitale Kunst von heute hat in diesen Kunstwerken ihre historischen Vorläufer. Somit ist das Thema im Grunde hochaktuell.“ Damit spannt Frederik Schikowski einen Bogen in die Gegenwart und stellt eine Strömung vor, die ihrer Zeit weit voraus war.

Die künstlerische Idee der variablen Kunstobjekte manifestierte sich hauptsächlich mittels einer geometrischen Formensprache, die eine unerwartete Vielfältigkeit hervorbrachte. Neben berühmten Namen aus dem Ausland wie Victor Vasarely, Max Bill, Timm Ulrichs oder Dieter Roth stieß Frederik Schikowski auch in Österreich auf Beispiele veränderbarer Kunst. Darunter Werke von Richard Kriesche, Ernst Insam, Hermann Painitz, K.U.SCH., Cornelius Kolig oder den oberösterreichischen Künstlern Josef Bauer und Helmuth Gsöllpointner.

Gemeinsam ist all den gezeigten Kunstwerken das Prinzip der Veränderung: Erst durch den Betrachter werden die unterschiedlichen Konstellationen sichtbar.

INFO

Spielraum. Kunst, die sich verändern lässt
05.10. 2017 – 14.01.2018
Landesgalerie Linz

Eröffnung
04.10.2017, 18.00 Uhr
15.10.2017, 14.00 Uhr (Kindereröffnung)
Landesgalerie, 2. Stock

www.landesmuseum.at
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