“Malerei mit Kalkül” / mumok Wien

Josef Albers Homage to the Square, 1950 (Huldigung an das Quadrat) Öl auf Hartfaserplatte / Oil on hardboard 52 x 52 cm mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung / On loan from the Austrian Ludwig Foundation, seit / since 1988

30.11.2018 – 28.04.2019; Wien.
Positionen der Neoavantgarde aus der mumok Sammlung

Radikale Traditionsbrüche prägten die Kunst der 1960er- und 1970er Jahre. Durch das Aufkommen medienbasierter Kunst und der Verknüpfung von Kunsttheorie und künstlerischer Praxis entstanden mitunter neue Formen der Malerei.
MalerInnen der Neoavantgarde griffen damals mit werkanalytischen und wahrnehmungsbezogenen Ansätzen Ideen der Moderne auf, aktualisierten sie in ihrem zeitgenössischen Umfeld und schufen dabei Grundlagen für die jüngeren Generationen medien- und theoriebewusster KünstlerInnen.

Ab den 1950ern war die Befreiung von figurativer, erzählerischer Darstellung, expressiver Handschrift oder surrealer Magie mit einem Reflexionsprozess über das Medium Malerei verbunden. Die KünstlerInnen Josef Albers, Helen Frankenthaler, Ellsworth Kelly oder Jules Olitski loteten die malerischen Grundlagen, Eigenschaften der Farbe, Art des Farbauftrags oder Farb- und Bildwirkung auf die BetrachterInnen, in ihren Werken aus.

Minimal-Art und konzeptuelle Kunstrichtungen der 1960er/70er gaben der Malerei wesentliche Impulse, was sich in abstrakt-geometrischer Malerei, formal reduzierten Kompositionen sowie in Ablehnung illusionistischer Bildwirkung zugunsten objekthafter Werkerscheinung zeigt. Zeitgleich wurde Malerei im Verhältnis zum Raum und zur Wahrnehmung neu thematisiert. Frank Stella, Agnes Martin oder John Baldessari sind einige der KünstlerInnen, die die klassische Gegenüberstellung von Werk und BetrachterIn auflösten. Österreichische Beispiele dieser internationalen Entwicklungen kommen von Richard Kriesche, Marc Adrian, Jorrit Tornquist, Helga Philipp oder Roland Goeschl.

Karel Malich, Roman Opalka, Henryk Stażewski, Constantin Flondor, Dora Maurer, und anderen osteuropäischen Künstlern diente die geometrishe Abstraktion,im Zuge der poststalinistischen „Liberalisierung“ ab den 1960er Jahren, als bewusste Abkehr von der Propagandakunst des Sozialistischen Realismus und als Verweis auf die aufklärerischen und demokratischen Potenziale der Moderne.

Die Ausstellung im mumok wird von Rainer Fuchs kuratiert.

Malerei mit Kalkül
30.11.2018 – 28.04.2019
Museumsplatz 1
1070 Wien
www.mumok.at

 

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