“Alfred Klinkan: Wasnichtallessorauskommt. Retrospektive” / Neue Galerie Graz

Alfred Klinkan, Ohne Titel (Aus der Sommerserie), 1983, Öl auf Leinwand.

27.09.2019 – 12.01.2020; Graz.
Wilfried Skreiner, Vorreiter der “Neuen Malerei“ in Österreich, seinerzeit Leiter der Neuen Galerie und der provokante Unterton in seinen frühen Arbeiten.

Wilfried Skreiner, damals Leiter der Neuen Galerie, definierte in den frühen 1980er-Jahren einen Kreis von jungen Künstlern – Siegfried Anzinger, Hubert Schmalix, Alois Mosbacher, Josef Kern, Erwin Bohatsch und Alfred Klinkan –, deren Kunst er als “Neue Malerei” bezeichnete. Das sinnlich-narrative Malerlebnis dieser Generation wurde als Gegenkraft zur als objektfeindlich empfundenen und ausschließlich von der Idee des Kunstwerks getragenen Konzeptkunst verstanden.

Vor etwa 25 Jahren starb Alfred Klinkan, 2020 wäre er 70 Jahre alt geworden. Er war ein Vorreiter der “Neuen Malerei” in Österreich, die er in der Folge wesentlich mittrug. In den frühen 1970er-Jahren studierte er in Wien an der Akademie der bildenden Künste bei Josef Mikl und Wolfgang Hollegha und setzte damit auf Malerei, was in Zeiten der Performance-, Konzept- und beginnenden Medienkunst bereits anachronistisch anmutete.

Der provokante Unterton seiner frühen Arbeiten, der in verblüffendem Kontrast zur scheinbaren Naivität seiner Bildsprache steht, erklärt sich aus dem Eindruck der Dynamiken rund um das Protestjahr 1968. Kunstrichtungen wie der Wiener Aktionismus, die Wirklichkeiten oder die Pop-Art allgemein verdichtete Klinkan in seinem Werk zu etwas Anarchisch-Eigenständigem. Die doppelbödige Naivität und der damit verbundene Humor seiner Kunst übertrugen sich selbstverständlich auf das reale Leben, das Klinkan oft als Story, als Comic oder überhaupt als Wunder begriff – long live Rock’n’Roll, das lange Haar, das warme Bier und der letzte Tschick!

Retrospektive Alfred Klinkan
Eröffnung: 26.09.2019 | 19.00
Ausstellungsdauer: 27.09. – 12.01.2020
Neue Galerie Graz
Joanneumsviertel, Zugang Kalchberggasse
8010 Graz
www.museum-joanneum.at

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