Jüdisches Leben in Graz / Graz Museum

(c) Alte Ansicht Synagoge Graz, Stadtarchiv Graz

Oktober 2021 bis Frühjahr 2022.

Von Judendorf bis zur Grazer Synagoge: Die Ausstellung „Jüdisches Leben in Graz“ deckt den Zeitraum von 1147 bis heute ab und entstand in Kooperation mit der Jüdischen Kultusgemeinde in Graz. Beleuchtet wird schwerpunktmäßig die größte jüdische Gemeinde in der Steiermark sowie deren kulturellen und wirtschaftlichen Positionen. Es ist die erste Ausstellung eines öffentlichen Museums in der Steiermark, die sich explizit mit jüdischer Kultur und Geschichte befasst. 

Im Zentrum der Ausstellung steht das Lebendige und Vielfältige des jüdischen Lebens in Graz. Der historische Bogen reicht dabei von der Ansiedlung im Mittelalter über die erste Grazer Judenvertreibung und Auflösung der zentral gelegenen Wohnviertel unter Herzog Friedrich V. 1437/38 , über die zweite Vertreibung unter Maximilian I., 1496/97 und die daran anschließende lange Zeit der „Judensperre“. Diese wurde erst im späten 18. Jahrhundert allmählich von einer wieder erstarkenden jüdischen Gemeinde abgelöst, die langsam wieder eine religiöse, rituelle und kulturelle Infrastruktur entwickelte.

1880 zählte die Israelitische Kultusgemeinde 1.200 Mitglieder, diese weihte 1892 die erste repräsentative Synagoge der Grazer Gemeinde ein. Doch bereits seit den 1890er Jahren erstarkte der kulturelle Antisemitismus, der sich ab dem Ersten Weltkrieg 1914 radikalisierte und schließlich in den Novemberprogromen und der „Arisierung“ von Betrieben und der Vertreibung und Ermordung der Grazer jüdischen Bevölkerung von 1938 mündete. Erst nach dem Ende des zweite Weltkriegs 1945 siedelten sich wieder einige jüdische Familien wieder in Graz an, 2000 schließlich wurde die Grazer Synagoge wiedererrichtet und eingeweiht. 


Jüdisches Leben in Graz
Oktober 2021 bis Frühjahr 2022
Graz Museum
Sackstraße 18
8010 Graz

www.grazmuseum.at