“Resonanz von Exil” / Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg

Madame d'Ora, Ansicht eines Flüchtlingslagers, aus der Flüchtlings-Serie, 1945/46, Silbergelatineabzug

14.07. – 28.10.2018
Leben und Wirken von Exilanten und -innen am neuen Lebensort und deren Resonanz.

Resonanz von Exil ist eine junge Ausstellungsreihe, die 2017 ihren Anfang hatte und der Erforschung der Geschichte von Künstlerinnen und Künstlern mit Exilhintergrund dient. Das Leben und Wirken jüdischer Exilanten am Ort ihrer Zuflucht und die Nachwirkungen bei der Re-Emigration stehen heuer im Fokus.

In der aktuellen Ausstellung wird das Schaffen von Valeska Gert, Lisette Model, Madame d’Ora, Wolfgang Paalen, Lili Réthi und Amos Vogel gezeigt.

Model, Paalen, Réthi und Vogel beeinflussten an ihren jeweiligen Wirkungsstätten maßgeblich die Entwicklung ihrer spezifischen Tätigkeitsfelder, während Gert und d’Ora die Erfahrungen des Exils nach ihrer Rückkehr in dunklen Bildern oder düsteren Stücken verarbeiteten.

Valeska Gert, Samoanischer Tanz

Das Museum der Moderne Salzburg widmet sich seit einigen Jahren der Erforschung von Migrationsschicksalen und der Wiederentdeckung von Künstlerinnen und Künstlern.

„Eines meiner Ziele zur Profilierung des Museums war es, vergessene oder schlichtweg ignorierte Kunstgeschichte, insbesondere jene, die speziell mit Österreich und Salzburg in Zusammenhang steht, in den Fokus unseres Programms zu rücken. Die Recherchen für die Groß-ausstellung Anti:modern (2016) über historische Ereignisse und Phänomene in der Salzburger Region – inmitten eines Europas zwischen Tradition und Moderne – waren eine wichtige Grundlage für diese Ausstellungsreihe, in der wir gezielt durch erzwungenes Exil herbeigeführte Zäsuren im Werk und Leben von Künstler_innen herausarbeiten“ unterstreicht Direktorin Sabine Breitwieser.

Die Ausstellung deckt künstlerisch eine Vielfalt von Genres und Medien ab, wobei das Medium der Zeitschrift sich als roter Faden durch die Ausstellung zieht.

„Für die Geflüchteten am Ort ihres Exils fungierten Zeitschriften als wichtiges Informationsmedium und als Kontaktplattform für neue Betätigungsfelder. Wir verdeutlichen dies mit der Zeitschrift Aufbau aus New York, die sich ab Mitte der 1930er-Jahre zum Sprachrohr deutschsprachiger Juden und Jüdinnen entwickelte. Vom Leben der sechs Künstlerinnen und Künstler zeugen des Weiteren einzigartige Bilddokumente und wertvolle Leihgaben“, so Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst.

Resonanz von Exil
14.07. – 28.10.2018
Museum der Moderne Salzburg
Mönchsberg 32
5020 Salzburg
www.museumdermoderne.at

 

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