“Richard Hirschbäck” / Stadtgalerie Lehen

10.08. – 19.09.2018; Salzburg.
Nebelfresser.

Richard Hirschbäck (1937 – 2007) gehört zu den bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten der letzten fünfzig Jahre. Dem Kunstmarkt hat er sich konsequent verweigert. Als Unbeirrbarer ging er seinen eigenen Weg, sodass man ihn nun, nach seinem Tod, neu entdecken muss.

Das Oeuvre Richard Hirschbäcks, bestehend aus einer beachtlichen Anzahl an Werken, zeugt von überragender Qualität in einer in künstlerischen Arbeiten seltenen Zeitlosigkeit.
Permanentes Malen meist mit Öl auf Leinwand, Zeichnen und das Schaffen im öffentlichen Raum, ziehen sich dabei durch sein Werk. Streng geometrisch strukturierte Arbeiten in leuchtenden Primärfarben behielten dabei die Oberhand.

Landschaft, Klimawandel, Veränderungen in starken Farben

Die Landschaft diente dabei stets als Folie seiner künstlerische Auseinandersetzungen. Damit beschäftigte er sich, nach einer bewegten Zeit in Paris in den 50ern, ab den 60ern Thumersbach. Er arbeitete vor allem mit der Veränderung der dort vorgefundenen Landschaft, mit den Jahreszeiten, mit dem Klimawandel und mit der fortschreitenden Verbauung des landwirtschaftlichen Raumes.

Offen dokumentiert er emotionale wie intellektuelle Auseinandersetzungen in einem Spannungsverhältnis zwischen Natur und Familie, aber auch zwischen der Entwicklung seiner künstlerischen Handschrift und seinem sozialen äußeren Gefüge innerhalb seiner Familie und im Ort Thumersbach.

“sepia Periode”

In den 70er Jahren dominieren Zeichnungen in Brauntönen sein Werk, sodass man die Zeit auch als seine „sepia Periode” bezeichnen könnte. Fokussiert hat er sich dabei vermehrt auf expressionistisch abstrakte Formfindung mit seiner unmittelbaren Umgebung.

In der letzten Phase seines Schaffens in den frühen 2000ern beschäftigt er sich aufs Neue mit der Veränderung seiner Umgebung. Mit abnehmender Kraft konzentriert er sich auf den Hintergrund. Verknappung, im Sinne einer Reduzierung von Form und Farbe verweist auf das Streben nach einer Einheit mit den Elementen.

Richard Hirschbäck blieb zeitlebens ein Einzelgänger. Der für ihn so wichtige anachronistische Dialog zwischen den Schaffensperioden wich in seinen letzten Jahren einer stark empfundenen Überzeitlichkeit. Sein Beitrag zur österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts kann ein Wesentlicher genannt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Archiv Richard Hirschbäck zeigt die Stadtgalerie Lehen Arbeiten des Künstlers aus den 60er, 70er in Verbindung mit Malerei der Jahre nach 2000.

Richard Hirschbäck
09.08.2018 | 19.00 | Eröffnung
10.08. – 19.09.2018
Stadtgalerie Lehen
Inge Morath Platz 31
5020 Salzburg
www.stadt-salzburg.at

 

TEILEN