Vienna Biennale ’21: Planet Love – Kunst und Design betreiben Climate Care

(c) Collective Action Viewer / Universitaet für angewandte Kunst Wien


28.05 – 03.10.2021.

Collective Action Viewer – Medienskulptur von Verena Tscherner und Jörg Auzinger am Wiener Karlsplatz. 

Ein Blick zurück zeigt die Langzeitschäden im Jetzt. „Aktive Hoffnung“ setzt die Vienna Biennale entgegen und ruft zu Mikrorevolutionen auf. 


„Wenn wir die Erde lieben, dann müssen wir uns um sie kümmern“ wie ein Plakat der Fridays For Future Bewegung. Im konkreten Fall ist es aber die Kernbotschaft der Mehrspartenbiennale, die nach dem Gelingen des Übergangs von der Digitalen Moderne zu einer ökologisch und sozial nachhaltigen Moderne fragt. Die Vienna Biennale zeigt anhand zahlreicher Kunst-, Design- und Architekturprojekte die zentrale Rolle von Künstlern und Kreativen in diesem Prozess und macht sie als visionäre Gestalter sichtbar. 

Climate Care statt Selfcare. Kollektives Wir statt singuläres ich, ich, ich. Nachdem wir noch keinen Planeten B gefunden haben, tun wir gut daran neue Wege zu finden unseren Lebensraum zu erhalten. Digitale Innovation nütze nur, wenn sie uns dabei helfe und den Klimawandel stoppe, so Christoph Thun- Hohenstein, Direktor des Wiener MAK. Er ist auch der Initiator hinter der Vienna Biennale, die als erste ihrer Art Kunst, Design und Architektur verbindet – und nebenbei mit ihren Beiträgen noch die Welt verbessern will. Aber wie? „Es ist eine besondere Stärke der Künste, Menschen direkt emotional anzusprechen, um sie mit PLANET LOVE zu berühren und zu umfassender Klimafürsorge zu motivieren. Wir hoffen, mit kraftvollen Kunstinstallationen, klugen Designprozessen, erdverbundener Architektur, umsichtiger Stadt- und Raumplanung, mitreißenden Performances und anregenden Diskursprogrammen Begeisterung und Engagement für eine ökologisch und sozial nachhaltige Zukunft zu entfachen“, so der Direktor des MAK. 

CLIMATE CARE. Stellen wir uns vor, unser Planet hat Zukunft – so der Titel der zentralen Ausstellung im MAK. Aber wie? Optimistisch blickt sie in die Zukunft, stachelt mit Kunst und Design zu Mikrorevolutionen auf, die ein gemeinsames Ziel haben: ein visionäres Narrativ einer generativen Zukunft, in der wir uns den Planeten fair und nachhaltig mit anderen Spezies und künftigen Generationen teilen. „Aktive Hoffnung“, eine die vom leidenschaftlichen Engagement lebt, fordert die Ausstellung als inspirierende Entdeckungsreise durch unsere Lebensbereiche. Die menschliche Wahrnehmung der Natur aus (an-)organischer Materie in all der Komplexität und dabei neue Formen des Zusammenlebens – abseits von Ausbeutung – erforscht Ecologies and Politics of the Living der Universität für angewandte Kunst Wien. 

Einen Blick in die Vergangenheit richtet das KUNST HAUS WIEN mit INES DOUJAK. Landschaftsmalerei dem Landraub und Verlust an Artenvielfalt. Aber was wäre das MAK, wenn es nicht den Blick nach vorne richten würde: EAT LOVE sucht gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien nach Essensräumen von morgen, zerlegt Produktionsprozesse und Lebensmittelzyklen und fragt nach der Vision städtischer Versorgung. Mit dem Prozess der Pflege, zwischen Unabhängigkeit und Prekariat, haben sich 11 Künstler in Foster – The Soil and Water Residency auseinandergesetzt. 

Science-Fiction, genau gesagt, Climate Fiction, machen sich die in Wien lebenden Künstler Kerstin von Gabain und Ivan Pérard zunutze. In CLIMATE PANDEMICS. Dark Euphoria emotionalisieren sie Klimawandel-Fakten als Reflexion des Literaturgenres. Zum Eintauchen in eine Welt in einer post- anthropozentrischen Zukunft lädt die immersive Installation INVOCATION FOR HOPE, die Superflux eigens für das MAK kreiert hat. Das Diskurs- und Filmprogramm GETTING WET der Kunsthalle Wien untersucht, wie das Element Wasser unsere Beziehungen auf der Erde, neu gestalten kann. Es hinterfragt die extraktivistische Ethik der Gegenwart. 

PLANET MATTERS, vom Az W organisiert, fragt als Diskursplattform nach einer neuen Haltung des Menschen zum Planeten. Wissenschaft trifft auf Kunst, Design, Ökologie und Ökonomie. Mit einem Blick in die Vergangenheit klärt sich die Sicht auf die Zukunft: Es braucht das kollektive Wir, sonst ist es auch mit dem Ich ganz schnell vorbei. 


Vienna Biennale for Change 2021 
PLANET LOVE.
Klimavorsorge im Digitalen Zeitalter 
28.05 – 03.10.2021
www.viennabiennale.org