Mehr als gewohnt / Vorarlberg

© Hertha Hurnaus

30.09. 2022 – 14.01. 2023

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Wie kann der Wohnbau der Gegenwart diesem Bedürfnis über die reine Funktionserfüllung hinausgehend, im Rahmen der ökonomischen, raumordnungspolitischen und rechtlichen Zwänge, einen sozialen und ästhetischen Mehrwert verleihen?

Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung „Mehr als gewohnt“ im Vorarlberger Architekturinstitut.

Die gestalterische Qualität der Bauten sowie der Zwischen- und Freiräume, aber auch sich wandelnde Wohnbedürfnisse spielen hierzulande kaum eine Rolle.

Die Debatte darüber ist hingegen allgegenwärtig. Sie handelt von der Veränderung der Haushaltstypen, beobachtet das Vordringen der Arbeitssphäre in das private Wohnen und thematisiert die Individualisierung und Vereinsamung in der Gesellschaft.

Neue Formen der Nachbarschaft, hochwertige Zwischenräume und belebende Nutzungsmischungen sowie neue oder wiederentdeckte flexible Grundrisstypologien werden anderorts bereits erfolgreich ausprobiert.

In Vorarlberg gelingt es hingegen kaum, kompaktere Formen des Wohnens im Spannungsfeld von Privatheit und Gemeinschaft zu etablieren. Der Wunsch nach einem Einfamilienhaus, konventionelle Grundrisseinteilungen im Geschoßwohnbau und ein sich ständig wiederholender, architektonisch verarmter Typus der Kleinwohnanlage dominieren den Markt.

»Mehr als gewohnt« greift diese Themen auf und fordert ein »Mehr« im Wohnbau: Mehr gestalterische Qualität, mehr Räume für gesellschaftliche Teilhabe und Interaktion, mehr Nutzungsflexibilität und Offenheit für neue Wohnbedürfnisse. Die Ausstellung wirft einen Blick auf die Wohnbaugeschichte und die Typologieentwicklung in Vorarlberg, verhandelt das viel zu oft vernachlässigte Feld der Zwischenräume und Übergänge und zeigt gelungene Modelle neuer Wohnformen und -typologien auf.

Mehr als gewohnt / Vorarlberg
30.09. 2022 – 14.01. 2023
Dornbirn, vai – Vorarlberger Architektur Institut
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