Emilie Schleiss-Simandl – Pionierinnen der Gmundner Keramik / Schlossmuseum Linz

Ofenbekrönung „Jagdofen“, Emilie Schleiss-Simandl, vor 1933, Sammlung Volkskunde und Alltagskultur Inv. Nr. F 37329 Foto © K. Acht & R. Kremaier

04.11.2026 – 14.03.2027

Die Gmundner Keramikkunst wurde über Generationen hinweg von Frauen geprägt. Die Familie Schleiss steht beispielhaft für weibliches Unternehmertum, künstlerische Innovation und regionale Tradition.
Als ausgebildete Hafnerin führte Franziska Wiesinger, verh. Schleiss, ab 1843 die Keramikwerkstatt in der Theatergasse. Sie beschickte die Märkte mit den Keramiken und organisierte den Werkstattalltag, während ihr Mann Franz de Paula Schleiss politische Ämter bekleidete.
Internationales künstlerisches Profil erhielt die Manufaktur durch Emilie Simandl, verh. Schleiss. Die Entwürfe der Bildhauerin, Keramikerin und Absolventin der Kunstgewerbeschule Wien sind geprägt von Jugendstil, Art Déco und volkskundlich geprägten Figuren, Geschirr und Kachelöfen. Diese Verkaufsschlager trugen zum bis heute andauernden Erfolg der Gmundner Keramik bei.
Marianne, verh. Eidner, vollendete viele Entwürfe ihrer Mutter mit ihrer charakteristischen Malerei. Trude führte die Schleiss Keramik ab 1961 bis zur Schließung 1983. Ihre Arbeiten verbanden Art Déco, Bauhaus und Neue Sachlichkeit mit Motiven der Volkskunst des Salzkammerguts. Damit steht die Familie Schleiss für eine außergewöhnliche, weiblich geprägte Kontinuität, die die Gmundner Keramikkunst zwischen 1843 und 1983 maßgeblich formte.
Ein Teil der in der von Veronika Schreck kuratierten Ausstellung präsentierten Exponate konnte dank der großzügigen Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung des Oberösterreichischen Landesmuseums für die Sammlung erworben werden.

Emilie Schleiss-Simandl – Pionierinnen der Gmundner Keramik
04.11.2026 – 14.03.2027
Schlossmuseum
Schlossberg 1, 4020 Linz
www.ooekultur.at