“Österreichische Kurzfilmschau 2019”

Was passiert mit Gewaltopfern, die über ihr Trauma nicht mehr sprechen können? "Am Himmel" von Magdalena Chmielewska.

Besessen bleiben. Keine Angst vor Tabuthemen haben die aufstrebenden Talente die ihre Arbeiten bei der Österreichischen Kurzfilmschau weltweit präsentieren.

“Kurzfilme lassen uns die Zukunft erahnen wie sie sein kann, wenn wir nicht achtgeben und die Zukunft, die wir haben könnten, wenn wir achtsam bleiben.“, für Teresa Indjen, Leiterin der Auslandskultursektion des Außenministeriums, sind Kurzfilme ein Mittel um Gewohntes zu hinterfragen und Neues zuzulassen. „Nicht nur, weil sie die unterschiedlichsten Filmgenres abbilden, sondern vor allem da sie Tradiertes in Frage stellen und Realitäten abbilden.“

Eine dieser unangenehmen Realitäten macht die junge Regisseurin Magdalena Chmielewska zum Thema ihres jüngsten Kurzfilmes, der auch in der diesjährigen Österreichischen Kurzfilmschau zu sehen ist. In „Am Himmel“ erzählt sie von den psychischen Schäden, die eine Vergewaltigung hinterlässt und der Flucht vor der Opferrolle nach Italien. In nur 30 Minuten gelingt es Chmielewska und Kameramann Manuel Prett mit wenig Dialog, kunstvoll eingesetzter Musik und in großen Kinobildern zu erzählen, wie ein solcher Überfall ein Leben für immer beschädigt. Jungen Filmschaffenden rät die Regisseurin besonders eines: „Bleibt besessen.“ Von der Idee, der Geschichte und dem Drehbuch.

Die Österreichische Kurzfilmschau, eine Kooperation der Auslandskultursektion des Außenministeriums und der Akademie des Österreichischen Films, bietet Filmemacherinnen und Filmemachern wie Chmielewska eine internationale Bühne. Mit den 14 Kurzfilmen in der Tasche, die zum Österreichischen Filmpreis 2019 eingereicht wurden, reist die Kurzfilmschau um die Welt und zeigt die Vielfalt des österreichischen Kurzfilmschaffens.

“ME-Log”: Ein Film über künstlich selbstkreierte mediale Identitäten von Eni Brandner.

Grenzgänge und Lichtblicke

Unter diesem Thema tourt auch die Animationsfilmrolle des Tricky Women/Tricky Realities Festivals mit Unterstützung der Österreichischen Auslandskultursektion um die Welt. Das Programm von Birgitt Wagner und Waltraud Grausgruber bietet österreichischen Animationsfilm-Künstlerinnen die Möglichkeit, ihre aktuellen Produktionen auch außerhalb der Landesgrenzen zu präsentieren und gibt Einblicke in die Vielfalt der Gestaltungstechniken und Themen des Filmgenres.

So reflektiert die Innsbrucker Filmemacherin Eni Brandner in „Me-LOG“ über künstliche und mediale Identitäten, die wir von uns selbst kreieren. Aktuelle Technologien wie Motion Capture, Gesichtserkennung und künstliche Intelligenz werden eingesetzt, um eine kritische Betrachtungsweise, und einen Blick hinter die Bildoberfläche, zu eröffnen.

 

Österreichische Kurzfilmschau
Tour 2019 (Auszug)

Ungarn:
26.03 | 02.04.| 09.04. |16.04 Budapest
Israel:
27.03. – 30.03. Tel Aviv
Großbritannien:
11.03.-24.03. Reading
01.04.-07.04. Manchester
08.04.-21.04. St. Andrews
29.04.-12.05. Hull
13.05.-19.05. Leeds
Lettland:
23.04. | 02.05. | 12.05. | 29.05. | 10.06. Riga
Spanien:
06.06.-07.06 Santiago de Compostela

http://www.oesterreichische-filmakademie.at/projekte_kurzfilmschau.html
https://www.bmeia.gv.at/europa-aussenpolitik/auslandskultur/kooperationen/

Tricky Women: Grenzgänge und Lichtblicke
Tour 2019
04.05.-05.05.2019 Europafest in Paris
https://www.trickywomen.at/
https://www.bmeia.gv.at/europa-aussenpolitik/auslandskultur/kooperationen/

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