“Die Kunst der Begegnung – Dialogfelder der österreichischen Außenpolitik”

Mit dem Intercultural Achievment Award ausgezeichnet: Das Projekt „Espw’ART“ in dem von Radikalisierung betroffene Jugendliche in Theaterarbeiten ihren Lebensweg aufarbeiten.

Kunst & Dialog. Die Österreichische Auslandskultur setzt auf die Kust der Begegnung.

Krisen entstehen vor allem dort, wo der Dialog versagt. Das gilt auf privater, kommunaler oder nationaler Ebene genauso wie auf der internationalen Bühne.

An vielen Orten der Welt können wir eine zunehmende Polarisierung und teilweise auch Radikalisierung von Teilen der Gesellschaft beobachten. Globale Ungleichheit und regionale Konflikte lösen Migrationsströme aus, die unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen lassen und vielerorts zum Erstarken populistischer und nationalistischer Bewegungen führen. Das wirkt sich auch auf die zwischenstaatlichen Beziehungen aus. Wechselseitige Drohungen, das Verhängen von Sanktionen und über die sozialen Medien auf offener Bühne ausgetragene Wortgefechte zerstören die Grundlagen für einen respektvollen Dialog auf Augenhöhe. Im Zeitalter der permanent, weltumspannend befeuerten medialen Erregung auch zwischen den Staaten.

Was tun?

Wie lässt sich Dialogfähigkeit in einer dauererregten Gegenwart herstellen und wahren? Mit dieser Frage setzt sich ein Handbuch der Auslandskultursektion des Außenministeriums unter dem Titel “Die Kunst der Begegnung” auseinander. Es macht auf vielfältige, methodisch strukturierte und oft unmittelbar praktisch übertragbare Weise deutlich, dass die Schaffung und Aufrechterhaltung von belastbaren Dialoggrundlagen Kunst und Handwerk zugleich sind.

“Das Leben ist die Kunst der Begegnung.” – Vinicius de Moraes

Die im Buch enthaltenen Beiträge sind zwar vor allem aus der Perspektive außenpolitischer “Beziehungsarbeit” verfasst. Vieles davon lässt sich aber ganz grundsätzlich auf gesellschaftspolitische Handlungsfelder auch jenseits der Diplomatie übertragen. Die Herausforderungen, vor denen wir heute im interkulturellen Dialog, beim Umgang mit Hass im Netz oder den Filterblaseneffekten, die durch die Algorithmen der Social Media Plattformen erzeugt werden, stehen, betreffen alle gesellschaftlichen und politischen Ebenen.

Die Beiträge der Autor*innen reichen vom interreligiösen Dialog über Spracherwerb bis zur Science Diplomacy. Im Mittelpunkt des Buches steht aber die Rolle der Kunst als Mittel zur Herstellung von Beziehungen: “Beziehungen, die eine künstlerische Dimension miteinschließen, können eine besondere Nähe zur Folge haben”, ist Teresa Indjein, Leiterin der Sektion für Auslandskultur, überzeugt. Das Handbuch “Die Kunst der Begegnung” bearbeitet ein breites Spektrum an Themen, die sich alle einem Leitthema unterordnen lassen: Wie lässt sich eine dialogfähige Zukunft für ein gemeinsames Wir herstellen.

Das Buch ist gratis als PDF im Internet verfügbar.

Die Kunst der Begegnung
www.bmeia.gv.at/europa-aussenpolitik/auslandskultur/publikationen/

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