Graz2020: Dystoptimal / Graz

(c) Georg Hartwig, Dystoptimal

01.01. – 31.03.2021.

„Dystoptimal“ ist eine Smartphone-App, die eine dystopische Zukunft von Graz auf dem Bildschirm zeigt und Bürgerinnen und Besucher dazu anregt, die Stadt neu zu entdecken. Die App entwirft eine gewollt dystopische Realität, die an bestimmten Punkten der Stadt immersiv erlebt werden kann. Eine dystopische Parallelwelt stülpt sich quasi über die reale Welt, per App auf das Handy: Die animierten 3D-Renderings wandern bei physischem Schwenk des Users mit. Der Stil der Renderings ist angelehnt an „Blade Runner“ und „Brazil“ und wird durch passendes Sounddesign entsprechend vertieft. Das Projekt will das Bewusstsein für die Lebensqualität und Ästhetik der urbanen Umgebung schärfen.

Der Anwender der App wird in ein virtuelles 360-Grad-Szenario versetzt, das sich über die reale urbane Topographie legt. Die animierten Szenen sind mit geografischen Markern versehen, die es ermöglichen, auch die Bewegungen des App-Nutzers zu berücksichtigen. 
Es wurde darüber hinaus ein spezielles Sound Design entwickelt, für das der Produzent der isländischen Sängerin Björk – Valgeir Siguardsson – und Manu Mayr, von der österreichischen Avantgarde Band 5K HD & Kompost 3, gewonnen werden konnten. 

Welche Themen bestimmen unsere Zukunft? Danach fragt diese App. Wie sieht die Welt in 30, 70 oder sogar 100 Jahren aus? Der Künstler The Quiet Now hat für das Kulturjahr 2020 unterschiedliche Szenarien entwickelt und verschiedene Themenfelder bespielt. Ausgehend von bereits existierenden Themen, wurden diese in extreme Szenarien weitergesponnen, die sich nun als 360-Grad-Erlebnis manifestieren. An 17 gekennzeichneten Plätzen in Graz kann man auf dem Smartphone so dystopische Landschaften und Orte erleben. 

Die Erlebniswelten sind dabei ganz unterschiedlich. So existiert zum Beispiel ein Szenario des Hyperconsumerism, das die Entwickler im 6ten Grazer Gemeinde Bezirk Jakomini und im Jahr 2029 angesiedelt haben und das auf den überbordenden Konsum und damit verbundene Problematiken verweist. Der 14te Bezirk, Eggenberg, ist zu einer Art Wüste mutiert, da aufgrund der steigenden Temperaturen davon auszugehen ist, dass Verwüstung bis in unsere Breitengrade realistisch werden kann. Mittlerweile im Jahr 2066 angekommen, hat sich der 5te Bezirk Gries, zu eine Art Nahkampfzone entwickelt, der aufgrund seiner sozioökonomischen Lage militant von sogenannten „Happy Zones“ abgegrenzt werden muss. 


Dystoptimal
01.07. – 31.12.2020
01.01. – 01.03.2021
Grazer Stadtraum
www.kulturjahr2020.at