Derek Jarman / Österreichisches Filmmuseum, Wien

© Filmstill Edward II, Derek Jarman, GB 1991

19.03.2026 – 30.04.2026

Derek Jarman war nicht nur einer der bedeutendsten britischen Filmemacher, er nimmt prinzipiell eine führende Position unter den Kunstschaffenden seines Landes im 20. Jahrhundert ein. Der versierte Maler, Designer und Schriftsteller war 1986 der erste Filmregisseur, der für den renommierten Turner-Preis nominiert wurde. Im eigenen Land ein Magnet für Kontroversen – seine überschwängliche „Queerness“ erzeugte in einer Zeit staatlich sanktionierter Homophobie Spannungen –, wurde er im Ausland verehrt.
Nachdem Jarman 1986 positiv auf das HIV-Virus getestet wurde, wandte er sich in seiner Arbeit mit der nicht-narrativen Trilogie The Last of England (1987), War Requiem (1988) und The Garden (1990) dem Experimentellen zu. Mit zwei historisch-biografischen Werken, die noch gewagter waren als Caravaggio, vollendete er eine weitere inoffizielle Trilogie: die Marlowe-Adaption Edward II (1991) und Wittgenstein (1993). Das letzte Filmprojekt, das Jarman vor seinem Tod im Alter von 52 Jahren im Jahr 1994 fertigstellte, überwand das Bewegtbild gänzlich: Blue (1993), ein Epos in gefrorenem Azurblau.
Jarmans Œuvre umfasst elf Langfilme, die Super-8-Kompilationen In the Shadow of the Sun (1974/81) sowie Glitterbug (1994 posthum von Freunden fertiggestellt), zahlreiche dynamisch aufbrausende Super-8-Kurzfilme sowie wegweisende Musikvideos. Gemeinsam bilden sie eine komplexe, interreferenzielle filmische Galaxie voll glitzernder Opulenz, in der jedes Element mit minimalen Mitteln erschaffen wurde.

Derek Jarman
19.03.2026 – 30.04.2026
Österreichisches Filmmuseum
Augustinerstraße 1
1010 Wien
https://www.filmmuseum.at